|
Home Ich Meine Werke Kurzgeschichten Gedichte Janosch Ayla Gucci Tyson Katzen Hunde Links
| |
Unsere Ayla zog
im November 2000 bei uns ein, obwohl ich nach dem Tod von Joya nie wieder
einen Hund haben wollte!!! Mein Partner auch nicht!!!! Meine Tochter
schon!!!!
Tja, und dann kam jener Urlaub auf Rhodos!! Meine Tochter verliebte sich
unsterblich in einen kleinen Schäferhundmix und ich mich in eine riesige
Promenadenmischung! Strupper! Zu sehen auf meiner Fotogalerie!
Nach unserer Rückkehr liess mich das Thema Hund nicht mehr los. Es folgten
viele Diskussionen und Überlegungen und schliesslich entschieden wir uns
für einen Labrador! Möglichst keinen Reinrassigen! Adressen waren schnell
gefunden und die Suche konnte losgehen! Ich wurde auch schnell fündig!
Also überraschte ich meine Tochter eines Tages und sagte, wir würden
zusammen einen Ausflug machen! Ihre neugierigen Fragen nach dem warum und
wohin ignorierte ich. Am Ziel angekommen, staunte sie nicht schlecht, was
für ein Anblick sich ihr bot. Auf einer Wiese tollten lauter kleine,
schwarze, pummelige Hundebabys rum! Und als ich ihr sagte, sie dürfe nun
ein kleines Mädchen aussuchen, flippte sie ganz aus! Bald war auch klar,
welches Hündchen es ein sollte. Die Kleine war so zutraulich, setzte sich
auf Luisas Schoss und wich gar nicht mehr von unserer Seite. Ich beschloss
also, in einer Woche wieder zu kommen und das Hundchen abzuholen. Aber da
machte ich die Rechnung ohne meine Tochter! Die wollte das Tierchen gleich
haben und die Züchterin war auch einverstanden. Dabei hatte ich noch gar
nichts vorbereitet daheim. Kein Hundekorb, keinen Leine , kein Halsband,
einfach gar nichts. Kein Problem, Futter , Halsband und Leine würde sie
mir ausleihen und das andere sei ja schnell besorgt. Nun noch die Papiere
ausfüllen und dann könne es losgehen. Aber wie soll denn der Hund heissen,
bitteschön?! Ganz spontan fiel mir der Name Ayla ein, nach der Heldin
einer meiner Lieblingsromane. Ayla, also, unser neues Familienmitglied,
Ein Labrador/Weimeranermix! |
 |
So packten wir Ayla ins Auto
und fuhren los, einer neuen Zeit entggegen. Wie würden wohl die anderen
Familienmitglieder reagieren? Mein Partner, die Katzen, und wie würde Ayla
auf diese reagieren?
Unsere Maus lag ganz brav im Auto, den Kopf im Schoss von Luisa und war
mucksmäuschenstill. Erst als wir dann rückwärts in unsere Garage fuhren,
übergab sie sich ganz fürchterlich! Oben in der Wohnung wurde sie dann
erst mal ausgiebig von allen Seiten bestaunt. Noahkater war sehr
interessiert und beschnüffelte sie ausgiebig. Followme blieb ein wenig
zurückhaltend und begnügte sich mit Schauen, der alte Frink machte
einen Buckel, fauchte sie an ,und in seinen Augen war damit geklärt, wer in
Zukunft das Sagen haben würde. So liessen wir dann Ayla die Wohnung
erkunden, aber so bald sie uns nicht mehr in Sichtweite hatte, begann sie
zu jammern und zu weinen. Arme kleine Maus. So plötzlich ohne Mutter und
Geschwister.
ich legte eine Wolldecke in Luisas Bettzeugschublade und zeigte Ayla, dass
dies nun ihr Nachtquartier war, wenigstens, bis wir einen passenden
Hundekorb erstanden hatten. So war sie auch nicht allein. Den Boden
legten wir mit Zeitungen aus, da ja sicher die eine oder andere Pfütze
entstehen würde.
.
Am nächsten Tag kaufte ich ihr dann einen riesigen Korb, indem sie im
Augenblick noch dreimal Platz hatte, Leine und Halsband. Und dann gings
nach draussen. Kleinayla dachte aber gar nicht daran zu laufen und sich
auch nur einen Meter vom Haus weg zu bewegen. Also trug ich sie die ersten
Meter bis hin zu unserem nahe gelegenen Waldrand. Das ging dann die ersten
zwei Wochen so, bis sie endlich begriffen hatte, dass selber laufen auch
Spass macht. Später war sie es dann, die mich hinter sich herzog, weil sie
nicht schnell genug in den Wald kommen konnte. Das Ziehen hab ich ihr
trotz Hundeschule und allem nie ganz abgewöhnen können! Einmal hat sie mir
mit einem kräftigen Ruck an der Leine sogar den kleinen Finger gebrochen!
Der ist dann so schief zusammengewachsen, dass ich für immer eine
sichtbare Erinnerung an Ayla haben werde.
Mit den Katzen gab es nie Probleme, im Gegenteil. Noah liebte Ayla heiss
und innig, schmuste ausgiebig mit ihr und schloss sie fest in sein Herz.
Und unser Grossväterchen Frink riss sich ihren Korb unter den Nagel, und
nur mit seiner Erlaubnis durfte sie mit ihm zusammen drin liegen!
|

|

|
|
|
Heinz, mein Partner, der doch
nie wieder einen Hund wollte, und Ayla, wurden ein Herz und eine Seele.
Oft unternahmen sie lange Spaziergänge miteinander und Ayla wusste genau
bei wem sie betteln musste, damit ein Leckerbissen vom Tisch für sie
abfiel! Sie war eh total verfressen , und liess man mal was unbeobachtet
auf dem Tisch oder sonst wo in ihrer Reichweite liegen, schwupps, landete
es in ihrem Magen. Mit der Zeit war das ihrer Linie nicht unbedingt
zuträglich!!
Ein Jahr später brachte ich dann von Rhodos die kleine Persephone mit und
Ayla entwickelte Mutterinstinkte: Sie packte das winzige Kätzchen ganz
zart beim Kopf und schleppte es in der ganzen Wohnung herum. Percy lag oft
in Aylas Korb und tretelte auf ihrem Bauch herum und versuchte gar an
Aylas Zitzen zu saugen. Diese innige Freundschaft hielt Aylas ganzes Leben
lang! Ein paar Wochen später zog dann Maincoonkater Salem bei uns ein.
Auch der wurde von Ayla liebevoll aufgenommen.
Kurze Zeit später kam die Trennung von meinem Partner und meine Tochter
und ich bezogen unser neues Domizil. Nun hatte Ayla den Wald direkt vor
der Haustür! An der Freundschaft zwischen den beiden änderte sich aber
nichts. Er kam sie oft holen um mit ihr spazieren zu gehen. Sie wusste das
immer, lange bevor es klingelte! Plötzlich erhob sie sich aus ihrem
Korb, lief unruhig hin und her und schnüffelte an der Tür. Klingelte es
dann, war sie kaum mehr zu bremsen. Wie von der Tarantel gestochen stürzte
sie sich das Treppenhaus runter und warf Heinz fast über den Haufen!
Anfangs April wurde sie dann plötzlich matter, nahm extrem an Gewicht zu
und ihr Fell verlor jeden Glanz. Eines morgens kippte sie mir im Wald
einfach um und es kostete mich alle Mühe, das schwere Tier nach
Hause zu schleppen und ins Auto zu verfrachten, um sofort zum Tierarzt zu
fahren. Diagnose: schwere Unterfunktion der Schilddrüse! Was bedeutete,
dass Ayla nun lebenslänglich Tabletten schlucken musste! Sie erholte sich
rasch, nahm auch wieder etwas ab und war so munter und fröhlich wie zuvor.
Als dann meine älteste Tochter
im Laufe der Jahre drei Mädchen bekam, erwies sich Ayla als absolut
kinderlieb. Sie war einfach eine treue Seele, dankbar, wenn sie bei uns in
der Nähe sein konnte und überhaupt nicht eifersüchtig auf die Kleinen.

Im November 2002 bekam
Persephone Nachwuchs! Gleich drei neue Katerchen auf einmal. Anfangs
liessen wir Ayla nur von weitem gucken. Als dann die Babys ungefähr vier
Wochen alt waren, liessen wir sie zum ersten mal aus ihrem Katzenzimmer
die Wohnung erkunden. Ayla, neugierig wie sie war und vertraut mit Katzen,
wollte die Kleinen natürlich gleich beschnüffeln. Die Drei standen mit
Katzenbuckel und gesträubten Haaren vor dem für sie riesigen, schwarzen
Ungetüm und fauchten, was das Zeug hielt! Der armen Ayla gefror schier das
Blut in den Adern und sie zog sich mit eingezogenem Schwanz schnell in
ihren Korb zurück. Das Eis brach dann aber schnell und die Kätzchen
turnten schon bald auf Aylas Rücken rum. Zwei behielten wir schliesslich
und Ayla war nun Königin unter sechs Katzen. Und so sollte es eigentlich
auch bleiben!
Aber erstens kommt es anders, und zweitens , als man denkt! Luisa wollte
unbedingt ein eigenes kleines Hündchen haben und schwärmte schon lange für
ein Chihuahua. So kam dann im November 2004 Gucci zu uns. Gerade mal 1400g
schwer und winzig klein. Ayla nahms gelassen. Was sollte ihr dieser Zwerg
schon anhaben?! Aber ein köstlicher Anblick wars schon! Die immerhin 36kg
schwere, schwarze Hündin und der kleine hellbraune Klecks daneben. Gucci
war frech und vorwitzig, hatte nicht den geringsten Respekt vor der
Grossen und Ayla, die Gutmütige, gehorchte!

Im Sommer 2005 bezogen wir zum
ersten mal unseren Wohnwagen am Neuenburgersee! Nun war Aylas schönste
Zeit gekommen. Heinz wohnte gleich im Wagen neben an ,und für Ayla gab es
nichts Schöneres, als bei mir auszubüchsen und sich bei ihm in die Sonne
zu legen. Früh am Morgen, wenn wir noch schliefen, holte er sie bei uns ab
und nahm sie mit auf Velotour. Sie hatte schnell begriffen, wie das
funktionierte mit dem Nebenherspringen und sie liebte diese Ausflüge von
ganzem Herzen. Endlich entdeckte sie auch wie schön Baden und schwimmen
sein konnte. Vorher war sie nämlich nie zu bewegen weiter ins Wasser zu
steigen, als das sie stehen konnte. Sie tollte zwar im kühlen Nass herum,
steckte den Kopf unter Wasser um Steine zu holen, aber vom Schwimmen
wollte sie nichts wissen. Schwamm ich von ihr weg, trabte sie verzweifelt
am Ufer hin und her und winselte kläglich. Aber in diesem Sommer folgte
sie Heinz einfach in den See und schwamm! Und wie!! Mit den Vorderbeinen
schlug sie aufs Wasser, dass es nur so spritzte und biss übermütig in die
aufspritzenden Wellen! Sie wagte sich immer weiter hinaus und holte die
geworfenen Stöcke zurück. Nie schien sie müde zu werden und man konnte
ihre unbändige Freude richtig mitfühlen. Sie tobte herum und war rundum
ein glücklicher Hund. Abends musste sie dann natürlich wieder zu uns, um
im Vorzelt zu übernachten. Aber manchmal überlistete sie uns! Wenn wir
schliefen, zwängte sie sich klammheimlich unter der Zeltplane durch,
schlich zu Heinz ins Vorzelt und wartete dort, bis er am Morgen aufstand
und sie mitnahm auf die sehnsüchtig erwartete Velotour.
Viel zu schnell war die Sommersaison vorbei und damit auch die schönen
Wochenenden am Neuenburgersee! Wir alle freuten uns, bis es im nächsten
Jahr wieder losgehen konnte!
Die Velotouren mit Ayla führte Heinz aber nun von uns zuhause aus durch.
Jedes mal etwa 12 km und Ayla hatte immer riesig Freude dabei! Insgesamt
haben die beiden in einem Jahr ungefähr 500 km runtergeradelt!
|
 |
|
|
|
Im Herbst 2005 entschloss
Luisa , sich noch einen zweiten Hund zuzulegen, mit dem sie später
Hundesport machen könnte. Wir rätselten zusammen hin und her, was für eine
Rasse denn nun geeignet sein könnte. Zu gross sollte er nicht sein, aber
auch nicht mehr so klein. Grössenmässig zwischen Ayla und
Gucci, mit dem sich beide verstehen würden. Unsere Wahl fiel dann
schliesslich auf einen Borderterrier. Tyson, ein Rüde diesmal. Ein
kleiner, quirliger Wirbelwind, den Ayla nun erziehen sollte. Statt dessen
fand sie es herrlich mit ihm rumzubalgen, sich mit ihm Wettrennen im Wald
zu liefern und ihm genau das beizubringen, was er nicht tun sollte. Aufs
Sofa liegen ,zum Beispiel, die Geschirrwaschmaschine auslecken oder den
Inhalt der Katzenkistchen verspeisen!! Tempomässig war er ihr
überlegen, besonders in der Wohnung. Ein paar Monate zuvor hatte ich
nämlich Laminatboden legen lassen, und darauf hatte sie mit ihrem Gewicht
Mühe zu gehen. Sie glitt immer wieder aus, wenn sie sich zu schnell
bewegte. Tyson hatte da keine Probleme. Er streckte einfach die Beine
durch und glitt darüber, als wäre er auf der Schlittschuhbahn. Um Ayla
nicht gar zu arg zu frustrieren, kaufte ich ihr für die Vorderbeine
Gummischuhe. Erst stakste sie ganz komisch damit herum, aber plötzlich
ging ihr auf, dass dies eine ganz patente Einrichtung war. Nach dem
Spazierengehen streckte sie mir freiwillig die Füsse hin um ihre
"Hausschuhe" anzuziehen.
Manchmal, wenn sie so dalag,
diente sie mir als Kopfkissen. Ich streckte mich auf dem Boden aus,
legte meinen Kopf auf ihren Rücken und wir schauten zusammen fern. Auch
meine Enkeltöchter turnten auf ihr rum, legten sich zu ihr in den Korb
oder spielten "Doktor" mit ihr. Ayla war dann der Patient und die kleine
Melanie hörte sie mit einer Halskette als Stethoskop ab. Wir fanden das
immer sehr lustig und ahnten nicht im Entferntesten, wie bald das grausame
Wirklichkeit werden sollte!

Am Samstag, den 18.Februar
2006 holte Heinz Ayla wie gewohnt zu einer Velotour ab. Alles war genauso
wie immer. Ayla trabte munter voraus und zeigte nicht die geringsten
Ermüdungserscheinungen. Am Montagabend stahl sie mir ein halbes, hartes
Brot und mochte am Dienstagmorgen nichts fressen. Ziemlich ungewohnt bei
ihr, aber ich dachte, sie sei wohl noch etwas aufgebläht von dem Brot. Am
Mittwochmorgen frass sie wieder nichts und schien irgendwie müde, mochte
so gar nicht spielen mit Tyson, und auch im Wald trottete sie nur neben
mir her. Am Donnerstag das gleiche. Nun machte ich mir ernsthaft Sorgen
und meldete sie beim Tierarzt an. Ich dachte, ihre
Schilddrüsenunterfunktion habe wohl wieder zugenommen und man müsse sie
medikamentös neu einstellen! Das vermutete der Tierarzt auch, und wir
machten einen Termin aus für Freitag. An diesem Morgen hatte sie keine
Kraft mehr um den Weg in den Wald hinauf zu laufen ,und am Nachmittag
konnte sie nur mit Mühe ins Auto steigen. Auf mich wirkte sie so, wie
damals, als sie mir zusammenbrach. Der Tierarzt war dann auch ziemlich
erschrocken über ihren Zustand, als er sie untersuchte und meinte, sie
könne schwerkrank sein. Als er ihr Blut abnahm, war es dünn, wie Wasser.
Er überwies sie sofort ins Tierspital für Ultraschall und genauere
Abklärung. Ich nahm sie nicht mal mehr mit nach Hause, sondern fuhr gleich
direkt dorthin. Man sagte mir dann, sie würden jetzt die nötigen
Untersuchungen durchführen und ich könne sie in zwei Stunden wieder
abholen!
Aber als ich dann wieder in der Klinik war, hiess es, sie wissen nicht
genau, was los sei, sie müsse über Nacht bleiben und bekomme auf jeden
Fall eine Bluttransfusion, da sie eine starke Anaemie hätte. Schweren
Herzens fuhr ich heim und sagte Heinz Bescheid. Vorläufig würde es wohl
keine Velotour mehr geben.
Am Samstag rief ich gleich am
frühen Morgen an. Ayla hatte eine gute Nacht und die Bluttransfusionen
schlugen an. Man würde sie weiter abklären, um die Ursache heraus zu
finden. Am Abend besuchte Heinz sie und sie freute sich riesig.
Zwar war sie ruhiger als sonst und nicht so stürmisch . Nicht im
Traum dachte er daran, dass dies das letzte Mal war, dass er sie sehen
konnte.
Am Sonntag ging ich hin und durfte sie sogar mit auf einen
Spaziergang nehmen, samt Infusionsstöpsel und gut eingebundenem Bein,
damit es auch hielt. Ayla ging ruhig neben mir her und man merkte
deutlich, dass sie müde war. Trotzdem hatte ich das Gefühl, sie hat diesen
Ausflug genossen!
Am Montag liefen dann die Untersuchungen weiter, aber leider ohne
konkretes Ergebnis. Man stellte die verschiedensten Diagnosen und
Prognosen und ich hatte keine Ahnung, was ich davon halten sollte. Ich kam
dann mit dem behandelnden Arzt überein, wenn Ayla nicht wieder gesund
werden sollte, ich sie nach Hause nehmen könnte. Wenn es schon sein
musste, sollte unser lieber Tierarzt sie über die Regenbogenbrücke
schicken. Hier, bei uns daheim, wo alles ihr vertraut war, und sie keine
Angst zu haben brauchte. Das wurde mir auch zugesichert. Auch hatte
ich Heinz versprochen , dass er dabei sein könne. Leider konnte ich mein
Versprechen nicht mehr halten!
Die nächsten zwei Tage war sie stabil und am Mittwoch bekam ich Bescheid,
ich könne sie abends nach Hause holen, sie würden ihr jetzt die Infusionen
wegnehmen. Was ihr aber fehlte, wusste man immer noch nicht. Ich
wollte aber noch abwarten, wie es ihr ein paar Stunden ohne Infusionen
ging und sagte, ich würde sie am Donnerstagmorgen holen. Bis dahin konnte
ich auch die medikamentöse Behandlung mit ihrem Tierarzt besprechen. In
dieser Nacht machte Ayla eine Lungenembolie!!
Zuhause bereitete ich ihren
Korb vor, legte ihn mit neuen, weichen Decken aus und schwor mir, wenn sie
von nun an auf dem Sofa schlafen wolle, so dürfe sie das. Aber noch bevor
ich mich auf den Weg machte, sie zu holen, kam der Anruf von der Klinik
mit dieser Hiobsbotschaft. Sie hätte zusätzlich eine Lungenentzündung,
benötige Sauerstoff und atme nur mühsam und stossweise. Man gäbe hohe
Dosen Antibiotika und würde mich auf dem Laufenden halten. Ich rief ihren
Tierarzt an, sagte, ich wolle nicht, dass sie leide, und was er mir rate.
Er meinte ebenso wie die Ärzte in der Klinik, ich solle noch keine
Entscheidung fällen, sondern abwarten, wie die Medikamente wirkten.
Abends hatte ich ein Gespräch mit dem Arzt abgemacht und nahm Luisa mit.
Sie führten uns auf die Tierintensivstation und dort lag Ayla hinter einer
Glasscheibe, mühsam atmend, mit einem grossen Halskragen, damit sie sich
den Sauerstoffschlauch nicht rausziehen konnte und wieder an den Infusionen
hängend. Sie konnte uns weder hören noch sehen. Es war ein so trauriger
Anblick, wir konnten es nicht fassen. Zehn Tage zuvor ein fröhliches,
aufgewecktes Tier und nun das. Wir weinten beide und wollten unbedingt zu
ihr. Der Arzt war dann so nett und machte eine Ausnahme, da man sonst
nicht auf diese Station darf. Wir machten uns steril und gingen dann zu
ihr. Wir knieten neben ihr nieder, sie wedelte mit dem Schwanz und
legte den Kopf in unsere Hände. Ich sah nur ihre Augen und wusste, sie
wollte gehen! Lange sassen wir bei ihr, besprachen die Situation mit dem
Tierarzt und weinten einfach. Leider konnte er uns überhaupt nicht sagen,
ob sie noch eine Chance hatte! Er sagte nur, dass ein Transport nach Hause
nicht mehr möglich wäre. Damit war für mich klar, was er meinte. Jetzt gings nur noch darum. ob wir die Nacht abwarten sollten, damit Heinz, der
in dieser Nacht abwesend war, noch die Gelegenheit hatte, sie noch einmal
zu sehen. Luisa und ich entschieden uns dann, sie jetzt gehen zu lassen
und sie nicht noch lange mit diesem mühsamen Atmen zu quälen.
|
 |
|
Der Arzt führte uns dann
in ein leeres Zimmer wohin er uns Ayla bringen würde. Sie kam sogar auf
ihren eigenen vier Beinen! Mir brach fast das Herz, als sie sich neben uns
setzte und uns ansah. Wir legten eine Decke auf den Boden, sie legte
sich darauf und wir uns neben sie. Wir umarmten und streichelten sie
und redeten mit ihr. Ayla atmete jetzt viel ruhiger, so als wüsste sie,
dass sie sich nun nicht mehr anstrengen müsse. Ihre Augen sagten mehr als
tausend Worte! Durch den Infusionsschlauch bekam sie ein starkes
Schlafmittel gespritzt. Weinend liebkosten wir sie, sagten ihr adieu und
sie schlief langsam ein. Ganz ruhig und leise ging jetzt ihr Atem. Der
Arzt liess uns Zeit einfach so bei ihr zu sein, bis er ihr die zweite
Spritze gab. Nach einer Weile hörte er sie sanft mit dem Stethoskop ab und
schüttelte den Kopf.
Unsere Ayla ist am 2.März 2006 zwischen 1930 und 2000 Uhr über die
Regenbogenbrücke gegangen!
Ich bin mir sicher, dass
Joya, Janosch und Frink sie dort liebevoll empfangen haben! Wir vermissen
sie unendlich und nichts wird die Lücke füllen, die sie hinterlässt.
Liebe Ayla, wir danken Dir
für die vielen schönen Momente, die Du uns beschert hast, für Deine Liebe
und Treue, für den Unsinn, den Du so oft angestellt hast, für Deinen
Überschwang beim Begrüssen, für Deine nasse Zunge im Gesicht und für die
fünfeinhalb Jahre, die Du mit uns geteilt hast!
Wir haben Ayla kremieren
lassen und nun ist sie wieder zu uns heimgekommen!
Eine Woche später erhielt ich vom Tierspital ihren Abschlussbericht. Ayla
starb an einem akuten Lymphosarkom.
|

|
nach oben
|
|
|
Diese Homepage wurde erstellt von Franco
|
|